Bitcoin Insights: Wissen & Updates für Unternehmen & Privatpersonen im Tessin, in der Schweiz
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Volatilität ist kein Argument gegen Bitcoin – Der Marktimpuls Anfang 2026 als Lehrstück monetärer Realität
Anfang 2026 reagierten Gold, Silber, Aktienmärkte und Bitcoin erneut sensibel auf veränderte Zinserwartungen in den USA. Edelmetalle korrigierten deutlich, Silber besonders stark mit einem Rückgang von bis zu 33 % von einem Hoch von 119 USD pro Unze Ende Januar auf unter 80 USD pro Unze bis zum 9. Februar. Auch Aktien verloren spürbar an Marktkapitalisierung, wobei der S&P 500 in volatilen Phasen bis zu 2 % in einzelnen Wochen einbüßte, obwohl er insgesamt seit Jahresbeginn um etwa 2 % zulegte. Bitcoin fiel ebenfalls, mit einem Rückgang von etwa 17 % von rund 83.000 USD Ende Januar auf etwa 69.000 USD am 9. Februar, stabilisierte sich jedoch im Rahmen seiner bekannten zyklischen Struktur.
Die Ereignisse zeigen nicht die Schwäche einzelner Assets, sondern die Fragilität eines kreditgetriebenen FIAT-Systems.
Volatilität ist kein Sondermerkmal von Bitcoin. Sie ist systemisch. Entscheidend bleibt die Frage, welche monetäre Grundlage politisch manipulierbar ist – und welche nicht. Bitcoin ist das einzige monetäre Gut mit absolut fixer Geldmenge.
Bitcoin im Wettbewerb der Währungen. Geldtheorie, Marktprozess und die Frage nach stabilem Geld im digitalen Zeitalter
Bitcoin ist längst nicht mehr nur Spekulationsobjekt. Es ist zu einem echten Stresstest für das Fiat-Geldsystem geworden – ein System, das auf Verschuldung, Zentralbanksteuerung und staatlichem Währungsmonopol basiert. Im Podcast „Dezentral & Direkt“ diskutieren Markus Krall und Roman Reher genau diese Bruchlinie. Beide lehnen das staatliche Geldmonopol ab und plädieren für einen Wettbewerb der Währungen – ganz im Sinne der Österreichischen Schule.
Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Frage der Stabilität: Kann Bitcoin zu stabilem Geld werden – oder bleibt er ein volatiles Asset ohne langfristige monetäre Qualität?
Krall argumentiert klar: Ohne stabile Kaufkraft kann Bitcoin keine Recheneinheit sein – und damit kein echtes Geld. Stabilität ist für ihn Voraussetzung, nicht Ergebnis.
Reher hingegen betrachtet Bitcoin als Marktprozess. Stabilität entsteht seiner Ansicht nach nicht vorab, sondern entwickelt sich durch wachsende Liquidität, zunehmende Markttiefe und globale Verteilung. Monetisierung ist ein dynamischer Prozess – kein Zustand.
Auch Gold wird neu bewertet. Krall verteidigt es als bewährten Wertspeicher. Reher entgegnet, dass Gold im digitalen Zeitalter fast zwangsläufig in ein System aus Zertifikaten, Verwahrstellen und Versprechen überführt wird – und damit erneut auf Vertrauen statt auf überprüfbarer Eigentümerschaft beruht.
Am Ende steht kein Dogma, sondern ein offener Wettbewerb. Die Frage bleibt: Muss Stabilität vor der Monetisierung existieren – oder entsteht sie erst durch sie?
Bitcoin vs. Aktien, Gold und Anleihen – der 8-Jahres-Reality-Check
Am 1. Dezember 2017 kostete ein Bitcoin rund 11.000 US-Dollar. Acht Jahre später liegt der Preis bei etwa 93.000 US-Dollar – ein Anstieg von 745 %. Das Allzeithoch 2025 bei rund 126.000 US-Dollar entspricht sogar einem Plus von 1.045 % gegenüber dem Ausgangswert.
Im gleichen Zeitraum entwickelten sich andere Anlageklassen deutlich moderater:
S&P 500: +156 % (von ca. 2.670 auf ca. 6.830 Punkte; Hoch 2025 ca. 6.875 → +158 %)
Gold: +233 % (von ca. 1.260 US-Dollar auf ca. 4.200 US-Dollar je Unze; Hoch 2025 ca. 4.380 US-Dollar → +248 %)
Langlaufende Staatsanleihen und globale Anleiheportfolios erzielten – je nach Duration – magere oder real deutlich negative Renditen. In vielen Fällen summieren sich seit 2017 reale Verluste im zweistelligen Prozentbereich.
Parallel dazu ist die Kaufkraft der Fiat-Währungen spürbar gesunken:
Schweiz: −9 % → 100 CHF entsprechen real nur noch 91 CHF
Deutschland: −28 % → 100 EUR entsprechen real nur noch 78 EUR
Österreich: −25 % → 100 EUR entsprechen real nur noch 80 EUR
Italien: −23 % → 100 EUR entsprechen real nur noch 81 EUR
Eine durchschnittliche Familie im Euroraum hat damit rund ein Viertel ihrer Ersparnisse verloren – nicht durch Börsencrashs, sondern durch geldpolitisch verursachte Inflation.
Die reale Teuerung bei Mieten, Energie, Lebensmitteln und Versicherungen lag vielerorts deutlich über den offiziellen Verbraucherpreisindizes. Der tatsächliche Kaufkraftverlust ist somit höher als die Statistik vermuten lässt.
Der Acht-Jahres-Vergleich zeigt klar: Bitcoin als absolut knappes digitales Gut verhält sich grundlegend anders als Vermögenswerte, die im Fiat-System bewertet und verwaltet werden.
