Bitcoin Insights: Wissen & Updates für Unternehmen & Privatpersonen im Tessin, in der Schweiz
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Bitcoin-Haltefrist retten: Deutschland fehlen nur noch wenige Stimmen
Wer in Deutschland Bitcoin länger als ein Jahr hält und dann verkauft, zahlt heute keine Steuer auf den Gewinn. Bitcoin und Gold stehen gemeinsam im Gesetz – beide gelten nach § 23 EStG als "andere Wirtschaftsgüter" im Privatvermögen und werden nach der einjährigen Haltefrist steuerfrei gestellt. Nicht als spekulative Finanzinstrumente, sondern als langfristige Wertaufbewahrungsmittel.
Diese Regelung gilt seit Jahren – und steht nun erstmals ernsthaft zur Disposition. Die Bundesregierung hat am 29. April 2026 eine "Anpassung der Besteuerung von Kryptowährungen" in die Eckwerte des Bundeshaushalts 2027 aufgenommen. Ein konkreter Gesetzentwurf liegt noch nicht vor – aber die Richtung ist klar.
Dagegen regt sich Widerstand. Seit dem 4. August 2026 kann die Bundestagspetition 201716 öffentlich mitgezeichnet werden. Sie fordert den Erhalt der einjährigen Steuerfreiheit nach § 23 EStG. Bis zum 15. September 2026 müssen mindestens 30'000 Mitzeichnungen zusammenkommen. Wird dieses Quorum erreicht, ist eine öffentliche Beratung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages vorgesehen.
Stand heute: rund 29’256 Unterschriften. Das Fenster ist offen – und es schliesst sich am 15. September.
Was auf dem Spiel steht, warum diese Regelung strukturell wichtig ist – und warum auch Schweizer und Tessiner ein Interesse daran haben, was in Berlin entschieden wird – lesen Sie im vollständigen Artikel.
Niederlande: 36 % Steuer auf nicht realisierte Gewinne
Die Niederlande haben mit dem Gesetz „Wet werkelijk rendement Box 3“ eine weitreichende Reform beschlossen: Ab 2028 sollen reale Renditen mit 36 % besteuert werden – inklusive nicht realisierter Gewinne auf Aktien, Anleihen und Bitcoin sowie Kryptowährungen. Grundlage ist eine jährliche Mark-to-Market-Bewertung. Steigt der Wert eines Vermögenswertes, fällt Steuer an – selbst wenn nicht verkauft wurde. Ab 1.800 Euro Gewinn pro Jahr greift der Fiskus zu.
Damit verschiebt sich das Verhältnis zwischen Staat und Eigentum grundlegend. Im heutigen FIAT-Geldsystem, geprägt von weichem Geld und struktureller Inflation, weitet sich der steuerliche Zugriff zunehmend auf potenzielles Vermögen aus. Für Investoren bedeutet das: Langfristige Planung wird erschwert, Liquidität wird zum Zwangsthema, Volatilität wird steuerlich bestraft.
Gerade bei Bitcoin, einem strukturell knappen Gut mit hoher Schwankungsbreite, entsteht ein erhebliches Liquiditätsrisiko. Wer Buchgewinne versteuern muss, könnte gezwungen sein zu verkaufen. In der Schweiz hingegen werden nicht realisierte Gewinne nicht besteuert, und für Privatpersonen sind Kapitalgewinne auf Bitcoin in der Regel steuerfrei, sofern keine gewerbsmäßige Tätigkeit vorliegt. Die Debatte ist daher nicht nur fiskalisch, sondern monetär und ordnungspolitisch: Welche Rolle soll Kapitalbildung in unserer Gesellschaft spielen?
