„Wir werden wahrscheinlich alle Bitcoin kaufen, die bis 2140 gemined werden" – was Saylor wirklich meint

Zusammenfassung

In einem CNBC-Interview am 21. Mai 2026 sagte Michael Saylor einen Satz, den man von einem börsennotierten CEO selten hört: „Die Bildung von digitalem Kredit bedeutet, dass der Kreditmarkt selbst das gesamte organische Angebot an Bitcoin von jetzt an für immer absorbiert. Unser Unternehmen wird wahrscheinlich alle Bitcoin kaufen, die von den Minern zwischen jetzt und dem Jahr 2140 produziert werden. Dann gibt es keine Bitcoin mehr."

Das ist keine Übertreibung eines Bitcoin-Enthusiasten.. Es ist die öffentlich erklärte Strategie des grössten privaten Bitcoin-Halters der Welt – ausgesprochen vor den Kameras von CNBC. Strategy hält heute 843'738 Bitcoin – 4,02 % aller Bitcoin, die jemals existieren werden. Das Unternehmen kaufte in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 rund 2,5-mal mehr Bitcoin, als in diesem Zeitraum weltweit gemined wurde.

Was Saylor konkret meinte, wie STRC funktioniert, warum Miner nicht mehr den Bitcoin-Preis bestimmen – und was die österreichische Schule über diese Entwicklung sagt – lesen Sie im vollständigen Artikel.

Was Saylor gesagt hat – und was es bedeutet

Michael Saylor erklärte in einem CNBC-Interview, dass die institutionelle Nachfrage und Produkte des digitalen Kredits nun nahezu alle neu geminten Bitcoin, die auf den Markt kommen, absorbieren. Das ist eine strukturelle Aussage – keine spekulative.

Zum Verständnis der Dimension: Miner produzieren derzeit 3,125 Bitcoin pro Block pro Tag. Von den insgesamt 21 Millionen Bitcoin sind bereits 20,03 Millionen gemined – 95,39 % des Gesamtangebots. Bis 2140, wenn der letzte Bitcoin gemined wird, bleiben noch rund 980'000 Bitcoin zu produzieren. Saylor sagt: Strategy wird alles davon kaufen.

Das ist nicht die Aussage eines Investors, der auf steigende Kurse wartet. Es ist die Aussage eines Unternehmens, das Bitcoin strukturell als das knappste Kapitalreservegut der Geschichte betrachtet – und das entsprechend handelt.

Was Saylor mit „digitalem Kredit" meint – und warum es strukturell zählt

Jeden Tag produzieren Miner weltweit rund 450 neue Bitcoin. Das sind die einzigen neue Bitcoin, die auf den Markt kommen – Saylor nennt es das organische Angebot. Alle anderen Bitcoin befinden sich bereits in Wallets, ETFs oder Unternehmensbilanzen und kommen nur dann auf den Markt, wenn ihre Halter verkaufen wollen.

Strategy gibt Finanzinstrumente heraus – allen voran STRC, einen Preferred Stock mit 11,5 % Jahresdividende – und sammelt damit frisches Kapital ein. Dieses Kapital fliesst ausschliesslich in Bitcoin. Das ist digitaler Kredit: Kapital, das durch Kreditaufnahme entsteht und strukturell in Bitcoin investiert wird.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, was das konkret bedeutet. Strategy startete das Jahr 2026 am 5. Januar mit 673'783 Bitcoin. Am 18. Mai 2026 hält Strategy 843'738 Bitcoin – gekauft zu einem Durchschnittspreis von 75'700 Dollar, Gesamtkosten 63,87 Milliarden Dollar. Das bedeutet: Strategy hat allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 rund 170'000 Bitcoin akkumuliert. Die Miner der ganzen Welt haben in diesem Zeitraum rund 67'500 Bitcoin produziert – 450 pro Tag über 150 Tage. Strategy kaufte in 2026 also rund 2,5-mal mehr Bitcoin, als in diesem Zeitraum weltweit gemined wurde.

STRC-finanzierte Käufe beliefen sich dabei auf rund 77'000 Bitcoin – zehnmal mehr als alle US-Spot-Bitcoin-ETFs zusammen im selben Zeitraum.

Strategy ist nicht allein. JPMorgan, Goldman Sachs, Schwab und andere institutionelle Akteure bauen ähnliche Strukturen auf. Der globale Kreditmarkt beginnt, Bitcoin als primäre Sicherheit und Reservekapital zu behandeln.

Die Konsequenz ist einfach: Die institutionelle Nachfrage übersteigt das tägliche neue Angebot bei weitem. Saylors Schlussfolgerung daraus: Die rund 980'000 Bitcoin, die noch bis 2140 gemined werden, sind bereits vollständig durch den institutionellen Kreditmarkt absorbiert – bevor sie überhaupt entstehen. Strategy könnte alles davon kaufen. Danach gibt es kein neues Bitcoin mehr.

Das ist keine Spekulation. Es ist eine Kapitalstruktur-Gleichung: fixes Angebot trifft auf strukturell wachsende institutionelle Nachfrage – finanziert durch den grössten Kreditmarkt der Welt.

Wie Strategy das finanziert – STRC und digitaler Kredit

Saylor beschrieb digitalen Kredit als eine Struktur, die die erwartete Kapitalwertsteigerung von Bitcoin in Vorzugsdividenden umwandelt. Strategy erwartet, dass Bitcoin langfristig zwischen 20 und 30 % pro Jahr steigt. Das Unternehmen extrahiert 11,5 % dieser erwarteten Rendite und zahlt sie als Dividende an Investoren des Preferred Stock STRC aus. STRC wurde im Juli 2025 lanciert, hat in 10 Monaten 10,5 Milliarden Dollar erreicht und wächst mit einer jährlichen Rate von 24 Milliarden Dollar. Die jährlichen Dividenden betragen 1,712 Milliarden Dollar – gedeckt für 38,1 Jahre allein durch die Bitcoin-Reserve.

Wer Bitcoin direkt kauft, bekommt die gesamte Volatilität und das volle Aufwärtspotenzial. Wer STRC kauft, bekommt eine feste, planbare Rendite – viermal höher als ein Tagesgeldkonto – mit deutlich weniger Volatilität. Saylor verglich STRC mit einem steuergestundeten Kredit von 11,5 % gegenüber einem steuerpflichtigen Geldmarkt von 3,5 %.

Das ist Finanzingenieurwesen auf Bitcoin aufgebaut. Nicht Spekulation. Kapitalstruktur.

Miner bestimmen den Bitcoin-Preis nicht mehr

Das ist die strukturell bedeutsamste Aussage des Interviews – und die, die am wenigsten Beachtung gefunden hat.

Saylor beschrieb die Verschiebung als strukturell und nicht zyklisch und argumentierte, dass die Bildung von digitalem Kredit bedeutet, dass der Kreditmarkt selbst alle organischen Bitcoin-Emissionen absorbiert.

Jahrelang haben Bitcoin-Zyklen einem Muster gefolgt: Halving reduziert das neue Angebot, der Preis steigt, Retail-FOMO setzt ein, dann Korrektur. Dieses Modell funktioniert dann, wenn Miner die primären Verkäufer von neuem Bitcoin sind – und Retail-Investoren die primären Käufer.

Beides stimmt heute nicht mehr. Strategy kauft bereits mehr Bitcoin als alle Miner produzieren. Der Vier-Jahres-Zyklus, den Samson Mow in Las Vegas für tot erklärte – Saylor beschreibt denselben Strukturbruch von der Angebotsseite.

843'738 Bitcoin – und das Ziel von 21 Millionen Dollar

Strategy hält heute 843'738 Bitcoin – rund 4,02 % aller Bitcoin, die je existieren werden. Der Wert der Bitcoin-Reserve beträgt 65,2 Milliarden Dollar. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt bei 58 Milliarden Dollar – mit einem mNAV von 1,22, was bedeutet, dass der Markt Strategy 22 % über dem reinen Bitcoin-Wert bewertet.

Seit dem Start hat Strategy eine Gesamtrendite von 1'234 % erzielt – gemessen in Bitcoin pro Aktie. Der BTC Yield – Saylors eigener Massstab für die Effizienz der Bitcoin-Akkumulation pro Aktie – liegt per Mai 2026 bei 12,6 % YTD.

Saylors langfristiges Kursziel bleibt 21 Millionen Dollar pro Bitcoin bis 2047. Das ist kein Kursziel für morgen. Es ist die Konsequenz seiner These: Wenn der globale Kreditmarkt Bitcoin als Sicherheit und Reservekapital absorbiert, und wenn Bitcoin das knappste Asset der Geschichte bleibt, dann ist 21 Millionen Dollar bei einem globalen Kapitalmarkt von mehreren Hundert Billionen Dollar keine irrationale Prognose – sondern eine Proportion.

Was die österreichische Schule dazu sagt

Ludwig von Mises hat beschrieben, wie sich hartes Geld in einem freien Markt durchsetzt – nicht durch Dekret, sondern weil rationale Akteure es gegenüber weichem Geld bevorzugen. Was Saylor beschreibt, ist dieser Prozess in Zeitraffer.

Institutionelle Akteure – Banken, Fonds, Unternehmen – erkennen zunehmend, was die österreichische Schule seit über einem Jahrhundert weiss: Ein Asset mit fixiertem Angebot ist in einem System, das Geld drucken kann, strukturell überlegen. Die Kreditexpansion, die Mises als Ursache künstlicher Booms beschrieb, wird nun auf Bitcoin aufgebaut – nicht auf Fiat-Geld. Das verändert die Dynamik fundamental.

Strategy ist nicht das Ergebnis eines Hypes. Es ist das Ergebnis einer ökonomischen Schlussfolgerung: Wer hartes Geld akkumuliert, bevor der Rest des Systems es versteht, ist strukturell im Vorteil. Saylor hat das 2020 verstanden. Heute kauft er in einem Tempo, das die globale Mining-Produktion mehrfach übersteigt.

Ein Hinweis, den man nicht ignorieren sollte

Strategy könnte einige seiner Bitcoin vor Jahresende verkaufen – das hat Saylor ebenfalls erklärt. Nicht weil er die These aufgibt, sondern als Teil eines gemischten Kapitalmanagements zur Optimierung des Bitcoin-pro-Aktie-Wertes. Die Offenlegung kommt, während Bitcoin nahe Strategys Einstandskurs von rund 76'000 Dollar handelt, was steuerlich neutrale Verkäufe ermöglichen würde.

Das ist ein wichtiger Zusatz zur Gesamtstory: Saylor ist kein dogmatischer "never sell"-Investor mehr. Er ist ein Kapitalstruktur-Architekt, der Bitcoin als primäres Asset behandelt und alle Instrumente nutzt, um Bitcoin pro Aktie zu maximieren.

Fazit

„Wir werden wahrscheinlich alle Bitcoin kaufen, die bis 2140 gemined werden." Das ist keine Vorhersage. Es ist eine Kapitalstrategie – finanziert durch digitalen Kredit, strukturiert durch Preferred Stock, verankert in der ökonomischen Logik eines Assets mit absolutem Angebotslimit.

980'000 Bitcoin verbleiben bis zur letzten Einheit im Jahr 2140. Strategy kaufte in 2026 bereits 2,5-mal mehr Bitcoin als weltweit gemined wurde. Der Vier-Jahres-Zyklus ist nicht mehr der primäre Treiber. Der Kreditmarkt ist es.

Die österreichische Schule hat immer gewusst, dass hartes Geld sich strukturell durchsetzt. Saylor baut das Finanzsystem dafür.

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Kevin Quast

Il mio viaggio nel mondo di Bitcoin è iniziato nel 2020 durante una passeggiata invernale con un buon amico, che mi ha parlato con entusiasmo di Bitcoin e della sua visione. Da allora, questo tema non mi ha più lasciato!

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