SpaceX bereitet den Börsengang vor – mit 18'712 Bitcoin in der Bilanz
Zusammenfassung
Am 20. Mai 2026 reichte SpaceX seinen S-1-Börsenprospekt ein – und offenbarte darin, dass das Unternehmen zum 31. März 2026 exakt 18'712 Bitcoin hielt, mit einem Fair Value von rund 1,29 Milliarden Dollar zum damaligen Kurs. Heute entspricht das bei einem Kurs von rund 63'000 Dollar einem unrealisierten Gewinn von rund 520 Millionen Dollar auf einer Kostenbasis von 35'300 Dollar pro Bitcoin.
Am 4. Juni 2026, startete SpaceX die Roadshow – die Aktienpreisfestsetzung ist für den 11. Juni erwartet, der erste Handelstag an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX für den 12. Juni. Angestrebt wird eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar bei einer Kapitalerhöhung von rund 75 Milliarden Dollar – was den Börsengang zum grössten der Börsengeschichte machen würde, mehr als doppelt so gross wie der bisherige Rekordhalter Saudi Aramco.
Elon Musk zitiert regelmässig auf X die österreichische Schule – Hayek, Mises, das Konzept von hartem Geld, das nicht durch Zentralbanken manipuliert werden kann. Dass seine Unternehmen Bitcoin halten, ist keine Zufälligkeit. Es ist eine philosophisch konsistente Entscheidung.
Gleichzeitig warnen Marktbeobachter davor, dass grosse Börsengänge Liquidität aus bestehenden Assets abziehen – und Bitcoin als volatilstes und liquidierbarerstes Asset typischerweise als erstes den Druck spürt. Was SpaceX konkret in der Bilanz hält, was das für den Markt bedeutet – und was die österreichische Schule dazu sagt – lesen Sie im vollständigen Artikel.
Was SpaceX ist – und warum der Börsengang zählt
SpaceX ist nicht irgendein Technologieunternehmen, das den Börsengang einleitet. Es ist das Unternehmen, das die kommerzielle Raumfahrt neu definiert hat – und das in einem Tempo, das die gesamte Branche hinter sich lässt.
Der Falcon 9 absolvierte 2026 bereits den 50. Start des Jahres – über 80 % davon waren Starlink-Missionen. Ein einzelner Falcon 9-Booster wurde dabei auf seinen rekordverdächtigen 35. Flug vorbereitet – Wiederverwendbarkeit als industrieller Standard, nicht als Experiment.
Und dann war da noch der 22. Mai 2026 – zwei Tage nach der S-1-Einreichung. SpaceX startete das erste Starship der Version 3 vom zweiten Startpad in Texas. Flight 12 erreichte SECO, der Super Heavy zündete alle 33 Raptor-3-Triebwerke, und das Starship führte nach dem Wiedereintritt einen erfolgreichen Landebrennvorgang über dem Indischen Ozean durch – ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Wiederverwendbarkeit der Oberstufe. Elon Musk nannte den Flug "epic". Starship V3 wird künftig die deutlich leistungsfähigeren Starlink-V3-Satelliten in die Umlaufbahn bringen – mit jedem Start mehr als 20-mal so viel Kapazität wie ein heutiger Falcon-9-Start.
Die Zahlen dahinter sind eindrücklich. Der Falcon 9 bringt Nutzlast für rund 2'700 bis 3'000 Dollar pro Kilogramm in den Erdorbit – die europäische Ariane 6 liegt bei schätzungsweise 8'000 bis 10'000 Dollar pro Kilogramm. Die NASA's SLS kostet bei 2,5 Milliarden Dollar pro Start und 95'000 Kilogramm Nutzlastkapazität rund 26'300 Dollar pro Kilogramm – fast zehnmal mehr als der Falcon 9. Starship zielt auf unter 100 Dollar pro Kilogramm – eine Reduktion um den Faktor 260 gegenüber dem SLS, so wie Bitcoin das Geldsystem um Grössenordnungen effizienter macht als das bestehende Fiat-System.
Das ist das Unternehmen, das den Börsengang einleitet. Und das 18'712 Bitcoin in der Bilanz hält.
SpaceX und Bitcoin: mehr als eine Bilanzposition
Seit Jahren kursierten Schätzungen, dass SpaceX Bitcoin hält. On-Chain-Daten deuteten auf rund 8'000 bis 8'300 Bitcoin hin. Der S-1-Prospekt vom 20. Mai 2026 zeigt ein anderes Bild: 18'712 Bitcoin zum 31. März 2026 – mehr als doppelt so viele wie erwartet. SpaceX nutzt institutionelle Custody-Lösungen bei Drittverwahrern – was erklärt, warum die Position on-chain nicht direkt sichtbar war, und gleichzeitig die These unterstreicht: Diese Bitcoin sind nicht zum Verkauf bestimmt.
Das ist keine Randnotiz im Prospekt. Es ist eine Bilanzentscheidung, die SpaceX unter die grössten börsennotierten Bitcoin-Halter der Welt stellt – vor Tesla, das deutlich weniger hält, und hinter reinen Treasury-Unternehmen wie Strategy. Der Unterschied zu Strategy: SpaceX ist kein Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Es ist ein Raumfahrt- und Technologiekonzern, der Bitcoin neben seinen operativen Assets hält – als bewusste Entscheidung, einen Teil des Unternehmenskapitals ausserhalb des Fiat-Systems zu verwahren.
Und die Position ist profitabel: Bei einer Kostenbasis von rund 35'300 Dollar pro Bitcoin und einem aktuellen Kurs von rund 63'000 Dollar hält SpaceX einen unrealisierten Gewinn von rund 520 Millionen Dollar.
Elon Musk und die österreichische Schule
Wer Elon Musks X-Aktivitäten verfolgt, kennt das Muster. Musk zitiert regelmässig Friedrich Hayek, Ludwig von Mises – insbesondere das Economic Calculation Problem – und das Konzept von hartem Geld, dessen Angebot nicht durch politische Entscheidungen ausgeweitet werden kann. Das ist keine intellektuelle Spielerei. Es ist die philosophische Grundlage, auf der Unternehmensentscheidungen getroffen werden.
Carl Menger hat beschrieben, wie Geld in freien Märkten entsteht: nicht durch staatlichen Befehl, sondern weil das am besten geeignete Gut spontan als Wertspeicher und Tauschmittel gewählt wird. Mises hat gezeigt, wie Geldmengenausweitung wirtschaftliche Kalkulationen verzerrt und Kapital fehlallokiert. Wer diese Grundsätze ernst nimmt, sucht nach einer Alternative zum Fiat-System – und findet in Bitcoin das einzige Asset mit absolut fixiertem Angebot und globaler Verifizierbarkeit.
Dass SpaceX 18'712 Bitcoin in der Bilanz hält – zu einem Durchschnittspreis von 35'300 Dollar, akkumuliert über Jahre – ist die praktische Konsequenz dieser theoretischen Überzeugung. Nicht Spekulation. Kapitalphilosophie.
Was der Börsengang für den Markt bedeutet
Grosse Börsengänge ziehen Liquidität aus bestehenden Assets ab. Der Mechanismus ist einfach: Investoren, die an einem Börsengang teilnehmen wollen, müssen Kapital freisetzen – sie verkaufen andere Positionen, um die neuen Aktien zu kaufen. Je grösser der Börsengang, desto mehr Liquidität verlässt den Rest des Marktes.
SpaceX wird mit einer Zielbewertung von rund 1,75 Billionen Dollar gehandelt und plant eine Kapitalerhöhung von 75 Milliarden Dollar – der grösste Börsengang der Geschichte, mehr als doppelt so gross wie Saudi Aramco 2019. Bitcoin als volatilstes und liquidierbarerstes Asset spürt diesen Liquiditätsdruck typischerweise als erstes. Wer schnell Kapital braucht, verkauft zuerst das, was am einfachsten zu verkaufen ist. Das ist keine Schwäche von Bitcoin – es ist die Kehrseite seiner Liquidität.
Das bedeutet nicht, dass Bitcoin strukturell leidet. Es bedeutet, dass kurzfristige Preisbewegungen rund um grosse Börsengänge durch Liquiditätsverlagerungen verstärkt werden können – unabhängig von den Fundamentaldaten.
Ein Unternehmen, das Bitcoin hält – und gleichzeitig an die Börse geht
Das Besondere an SpaceX ist die Kombination: Ein Unternehmen, das Bitcoin als Kapitalreserve hält, leitet selbst den grössten Börsengang der Geschichte ein – und zieht damit Liquidität aus dem Markt, während es gleichzeitig Bitcoin in der Bilanz ausweist.
Für Investoren, die SpaceX-Aktien kaufen, ist das ein indirekter Bitcoin-Exposure. Wer SPCX hält, hält anteilig auch die 18'712 Bitcoin. Das ist strukturell ähnlich wie bei Strategy – allerdings ist Bitcoin bei SpaceX eine Nebenposition, nicht das primäre Geschäftsmodell.
Langfristig sendet das ein klares Signal: Unternehmen, die an die Börse gehen und Bitcoin in der Bilanz halten, normalisieren Bitcoin als institutionelles Kapitalreservegut. Was vor fünf Jahren noch als exzentrisches Experiment galt, wird heute zum Standard-Bestandteil von Unternehmensbilanzen – von Strategy über Metaplanet bis SpaceX.
Was die österreichische Schule dazu sagt
Die österreichische Schule hat seit über einem Jahrhundert beschrieben, was passiert, wenn Unternehmen in hartem Geld rechnen und Kapital in hartem Geld halten: Sie entwickeln niedrigere Zeitpräferenz, langfristigeres Denken und strukturell solidere Bilanzen.
SpaceX ist ein Beispiel dafür, wie dieser Prozess in der Praxis aussieht. Eine Kostenbasis von 35'300 Dollar pro Bitcoin, heute rund 63'000 Dollar wert – das ist kein kurzfristiger Trade. Das ist eine Bilanzentscheidung, die einen langen Zeithorizont voraussetzt und die Überzeugung, dass Bitcoin über diesen Horizont Kaufkraft erhält.
Mises hätte das als rationales Handeln eines wirtschaftlichen Akteurs beschrieben, der die strukturellen Schwächen des Fiat-Systems erkannt hat und entsprechend handelt.
Fazit
SpaceX startet heute die Roadshow – Aktienpreisfestsetzung am 11. Juni, erster Handelstag am 12. Juni unter dem Ticker SPCX an der Nasdaq. 18'712 Bitcoin in der Bilanz, mehr als doppelt so viele wie bisher bekannt, zu einer Kostenbasis von rund 35'300 Dollar und einem unrealisierten Gewinn von rund 520 Millionen Dollar. Das ist keine Randnotiz. Es ist ein weiterer Datenpunkt in einer wachsenden Reihe von Unternehmen, die Bitcoin strukturell als Kapitalreservegut behandeln.
Kurzfristig kann der Börsengang Liquiditätsdruck auf Bitcoin erzeugen. Langfristig normalisiert jeder Börsengang eines Bitcoin-haltenden Unternehmens Bitcoin als institutionelles Asset weiter. Der Preis bewegt sich kurzfristig. Die Struktur verändert sich langfristig.
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