Der Petrodollar stirbt. Was kommt danach und was bedeutet das für Ihr Kapital?

Zusammenfassung

Am 9. Juni 2024 lief das Abkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien aus – und wurde nicht erneuert. 50 Jahre lang war der Petrodollar das unsichtbare Fundament der globalen Dollar-Dominanz. Kaum jemand hat es bemerkt. Kaum eine Schlagzeile. Kein Sonderbericht.

Seitdem hat der Dollar gegenüber dem DXY-Korb rund 5 bis 6 % verloren. Wer in Gold misst, sieht das wahre Ausmass: Gold stieg von rund 2'300 Dollar im Juni 2024 auf über 4'000 Dollar heute – der Dollar hat in diesem Zeitraum rund 42 % seiner Kaufkraft in Gold verloren.

BRICS – heute 11 Mitglieder, darunter Saudi-Arabien, China, Russland, Indien und die VAE – arbeiten aktiv an einer Handelsabwicklung ausserhalb des Dollars. Am 31. Oktober 2025 startete ein Pilot für das "Unit" – eine digitale Handelswährung, gedeckt zu 40 % durch Gold und zu 60 % durch einen Korb aus BRICS-Währungen. Kein Ersatz für den Dollar. Aber der Beginn einer Infrastruktur, die ihn nicht mehr braucht.

Was das für den Euro, den Franken und Bitcoin bedeutet – und wie sich der Dollar in fünf Jahren entwickeln könnte – lesen Sie im vollständigen Artikel.

Was der Petrodollar war – und warum er 50 Jahre alles veränderte

Am 8. Juni 1974 schlossen die USA und Saudi-Arabien ein Abkommen, das die Weltwirtschaft für ein halbes Jahrhundert prägte. Saudi-Arabien verpflichtete sich, Öl ausschliesslich in US-Dollar zu verkaufen und überschüssige Einnahmen in US-Staatsanleihen zu investieren. Im Gegenzug boten die USA militärischen Schutz und regionale Vorherrschaft.

Das Ergebnis war strukturell revolutionär: Jedes Land der Welt, das Öl kaufen wollte, brauchte Dollar. Die globale Nachfrage nach Dollar war garantiert – unabhängig von der amerikanischen Wirtschaftsleistung. Das ermöglichte den USA niedrige Zinsen, günstige Staatsfinanzierung und die Funktion des Dollars als unbestrittene globale Reservewährung.

Der Petrodollar war dabei nicht der Ursprung des Problems – er war das Pflaster darüber. Bereits 1971 hatte US-Präsident Nixon die Golddeckung des Dollars aufgehoben und damit das Bretton-Woods-System beendet. Seitdem ist der Dollar eine reine Fiat-Währung – gedeckt durch Vertrauen, nicht durch Gold. Seit diesem Moment hat der Dollar rund 99 % seiner Kaufkraft gegenüber Gold verloren. Der Petrodollar schuf die künstliche globale Nachfrage, die diesen strukturellen Verfall jahrzehntelang verschleierte.

Ludwig von Mises hat beschrieben, wie ein Geldsystem, das nicht durch reale Wertschöpfung gedeckt ist, langfristig unter Druck gerät. Der Petrodollar war das clevere geopolitische Konstrukt, das diesen Druck jahrzehntelang aufschob – indem er eine künstliche globale Dollar-Nachfrage schuf. Mit seinem Ende beginnt dieser aufgeschobene Druck sich zu entfalten.

Was am 9. Juni 2024 passierte – und wie sich der Dollar seitdem entwickelte

Am 13. Juni 2024, genau 50 Jahre nach der Unterzeichnung des Milestone-Vertrags, schlug Saudi-Arabien ein neues Kapitel auf und liess das Abkommen auslaufen. Das Ereignis wurde von den meisten Mainstream-Medien kaum beachtet – keine Schlagzeilen, keine Sondersendungen. Und trotzdem war es ein historischer Wendepunkt.

Und der Dollar? Gemessen am DXY – dem Index, der den Dollar gegen einen Korb aus Euro, Yen, Pfund, Kanadischen Dollar, Schwedischer Krone und Schweizer Franken misst – verlor der Dollar von Juni 2024 bis heute rund 5 bis 6 %. Vom Hochpunkt im Januar 2025 von über 109 auf heute rund 99,7 – ein Rückgang von rund 9 bis 10 %. Der DXY fiel in der ersten Hälfte 2025 um rund 11 % – der steilste H1-Rückgang seit 1973.

Wer den Dollarverlust in Gold misst, sieht das wahre Ausmass: Gold stieg von rund 2'300 Dollar im Juni 2024 auf über 4'000 Dollar heute. Der Dollar hat in diesem Zeitraum rund 42 % seiner Kaufkraft in Gold verloren. Das ist kein Kursphänomen – das ist strukturelle Neubewertung.

BRICS, Saudi-Arabien und die neue multipolare Währungsordnung

BRICS umfasst heute 11 Mitglieder: Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika, Iran, Äthiopien, Ägypten, Indonesien, die Vereinigten Arabischen Emirate – und seit 2024 Saudi-Arabien. Das sind zusammen rund 40 % der globalen Wirtschaftsleistung und über 40 % der weltweiten Ölproduktion.

Der entscheidende Katalysator war 2022: Die Einfrierung von 300 Milliarden Dollar russischer Zentralbankreserven zeigte der Welt, dass Dollar-Reserven von Washington jederzeit eingefroren werden können. Seither kaufen Zentralbanken auf Rekordhöhe Gold – 2022 über 1'136 Tonnen, 2023 über 1'050 Tonnen, 2024 nochmals über 1'045 Tonnen. Die Botschaft ist klar: Hartes Asset statt Dollar-Versprechen.

Was BRICS konkret plant – und was davon real ist: Am 31. Oktober 2025 startete ein Pilot für eine neue digitale Handelsabwicklungs-Token – das "Unit" – innerhalb des BRICS+-Blocks. Der Prototyp wurde am 8. Dezember 2025 vorgestellt. Das Unit verwendet eine Zusammensetzung von 40 % physischem Gold und 60 % Korb aus BRICS-Währungen.

Im Januar 2026 schlug Indiens Zentralbank vor, die CBDCs der BRICS-Mitglieder – den digitalen Rupee, Chinas digitalen Yuan, Brasiliens DREX und den UAE-Dirham-CBDC – als Kernpunkt der BRICS-Agenda 2026 zu verknüpfen. Nahezu 95 % des Indien-Russland-Handels wird bereits in nationalen Währungen abgewickelt.

Wichtige Einschränkung: Indiens Aussenminister erklärte explizit, es gebe "keine Politik den Dollar zu ersetzen." Das Unit-Token hat keinen Zeitplan für eine breite Einführung. Der Dollar wird nicht nächstes Jahr abgelöst. Aber die Infrastruktur für eine Welt ohne Dollar-Monopol wird aktiv gebaut – und das ist der entscheidende strukturelle Unterschied zu 2019.

Was das für den Dollar bedeutet: Nachfragelücke und Zinsdruck

Die strukturelle Konsequenz des Petrodollar-Endes ist eine globale Nachfragelücke. Wenn weniger Länder Dollar brauchen um Öl zu kaufen, sinkt die automatische globale Nachfrage nach Dollar und nach US-Staatsanleihen. Weniger Käufer für Staatsanleihen bedeutet höhere Zinsen – und höhere Zinsen bedeuten höhere Zinskosten auf 37 Billionen Dollar US-Staatsschulden.

BRICS-Länder führten im Oktober 2025 koordinierte Verkäufe von US-Staatsanleihen durch: China verkaufte 11,8 Milliarden Dollar, Indien 12 Milliarden, Brasilien 5 Milliarden. Das ist keine Panikreaktion – das ist strategische Diversifikation.

Wo könnte der Dollar in fünf Jahren stehen? Die meisten grossen Banken erwarten den DXY bis Ende 2026 in der Mitte der 90er. Goldman Sachs zeigt auf die unteren 90er, MUFG auf rund 93,5. Kein grosser Forecaster hat ein Basisszenario über 103 oder unter 88.

Auf Sicht von fünf Jahren – bis 2031 – sind drei strukturelle Szenarien denkbar.

Szenario 1 – Gradueller Rückgang

Der Dollar verliert weiter strukturell, da die automatische globale Nachfrage durch den Petrodollar wegfällt. DXY in den 80ern bis 2031. Das wahrscheinlichste Szenario der meisten strukturellen Ökonomen.

Szenario 2 – Krisenbeschleunigung

Eine US-Schuldenkrise – wenn 37 Billionen Dollar Staatsschulden und steigende Zinsen das System destabilisieren – könnte den Rückgang beschleunigen. DXY unter 80. Das Szenario von Krall, Homm und anderen strukturellen Pessimisten.

Szenario 3 – Stabilisierung

Die USA reformieren ihre Haushaltspolitik, die Fed bleibt restriktiv, der Dollar stabilisiert sich. DXY um 95–100. Das kurzfristige Konsens-Basisszenario der grossen Banken.

Was das für Euro und Franken bedeutet

Für den Euro ist die Situation paradox: Der Euro handelt heute bei rund 1,14 Dollar – nach Jahreshochs nahe 1,19. Ein strukturell schwächerer Dollar würde den Euro stärken – was die Exportwirtschaft der Eurozone belastet, da europäische Produkte im Ausland teurer werden. Gleichzeitig importiert die Eurozone Energie überwiegend in Dollar – ein schwächerer Dollar macht Energie günstiger und dämpft Inflation. Ein zweischneidiges Schwert.

Das eigentliche Problem des Euro ist aber nicht der Dollar – es ist die strukturelle Schwäche des Euro selbst. Die EZB hat ihre Bilanzsumme von 1'500 Milliarden auf über 8'800 Milliarden Euro ausgeweitet. Die Inflation in der Eurozone liegt bei 3,2 %, die Schweizer Inflation bei 0,6 %. Das ist nicht der Unterschied zwischen zwei Währungen. Es ist der Unterschied zwischen zwei Geldsystemen.

Der Schweizer Franken ist historisch der klassische sichere Hafen in Phasen globaler Währungsunsicherheit. Der Yuan ist heute deutlich stärker – 10 Yuan handeln bei rund 1,48 Dollar, gegenüber 1,39 Dollar noch vor einem Jahr. In einer Welt, in der Währungen unter Druck geraten, dürfte der Franken weiter aufwerten – was die SNB regelmässig vor Interventionsentscheidungen stellt.

Warum Zentralbanken seit 2022 Gold auf Rekordhöhe kaufen

Die Zentralbanken der Welt sprechen nicht – sie handeln. Und was sie tun, ist eindeutig: Sie kaufen Gold auf historisch einmaligem Niveau. Drei Jahre in Folge über 1'000 Tonnen pro Jahr – mehr als doppelt so viel wie der historische Durchschnitt.

Das ist die institutionelle Antwort auf den Petrodollar-Wandel. Wenn Dollar-Reserven eingefroren werden können – wie 2022 mit russischen Reserven gezeigt – dann braucht man ein Asset, das niemand einfrieren kann. Gold in physischer Verwahrung ist das einzige solche Asset, das Zentralbanken traditionell akzeptieren.

Bis jetzt.

Bitcoin als neutraler Wertspeicher in einer multipolaren Welt

In einer multipolaren Währungsordnung – in der keine einzelne Währung mehr das universelle Vertrauen geniesst – entsteht struktureller Bedarf nach einem neutralen, nicht staatlich kontrollierten Wertspeicher.

Gold hat diese Funktion historisch erfüllt. Bitcoin ergänzt sie mit Eigenschaften, die Gold nicht bieten kann: kein physisches Gewicht, keine Lagerkosten, global übertragbar ohne Intermediär in Sekunden, ohne staatliche Genehmigung, ohne die Möglichkeit, Reserven einzufrieren.

Genau das, was 2022 mit russischen Dollar-Reserven passierte – über Nacht eingefroren – kann mit Bitcoin in Eigenverwahrung nicht passieren. Das ist keine ideologische Aussage. Es ist eine technische Eigenschaft des Protokolls.

Mit dem Auslaufen des Petrodollar-Abkommens öffnet sich Saudi-Arabien nun dem Handel in verschiedenen Währungen wie dem chinesischen Renminbi, Euro, Yen – und möglicherweise auch in digitalen Währungen wie Bitcoin.

Das ist noch keine Realität. Es ist eine Richtung. Und Richtungen in der Geopolitik entfalten sich über Jahrzehnte – für jene, die früh handeln.

Was die österreichische Schule dazu sagt

Friedrich Hayek hat in "The Denationalisation of Money" beschrieben, was passiert, wenn staatlich kontrolliertes Geld seinen Monopolstatus verliert: Der Markt konvergiert spontan auf das Gut mit den besten monetären Eigenschaften. Gold wurde nicht per Dekret zum Wertspeicher – es wurde vom Markt gewählt, weil es knapp, haltbar, teilbar und fälschungssicher war.

Ludwig von Mises hat gezeigt, wie Geldmengenausweitung – genau das, was die USA seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems 1971 betreibt – langfristig die Kaufkraft zerstört. Der Petrodollar hat diesen Prozess verlangsamt, indem er eine künstliche globale Nachfrage schuf. Sein Ende beschleunigt das, was Mises als unvermeidliche Konsequenz beschrieben hat.

Bitcoin ist Hayeks "denationalisiertes Geld" in seiner konsequentesten Form: kein Staat, keine Zentralbank, kein Vertrauensvorschuss – nur Mathematik und Protokoll.

Ehrlichkeit: Der Dollar stirbt nicht morgen

Das ist kein Katastrophenszenario. Der Dollar ist und bleibt auf absehbare Zeit die wichtigste Reservewährung der Welt. 58 % der globalen Währungsreserven sind in Dollar. SWIFT, internationale Kreditmärkte, Rohstoffpreise – alles läuft noch auf Dollar.

Aber die Richtung hat sich geändert. Die automatische globale Nachfrage durch den Petrodollar existiert nicht mehr. BRICS baut aktiv an Alternativen. Zentralbanken kaufen Gold statt Dollar-Anleihen. Die Infrastruktur für eine multipolare Währungswelt entsteht.

Das sind Prozesse über Jahrzehnte – nicht über Nächte. Wer strukturell handelt, handelt früher als der Mainstream. Und früher handeln bedeutet: vor dem Moment, in dem alle verstehen was passiert. Dann ist es meistens zu spät.

Was man heute konkret tun kann

Erstens

Einen Teil des Vermögens in Assets halten, die nicht von Dollar-Dominanz abhängen. Gold in physischer Verwahrung – ausserhalb des Bankensystems. Bitcoin in Eigenverwahrung – ohne Intermediär, ohne Gegenparteirisiko.

Zweitens

Die eigene Währungsexponierung prüfen. Wer ausschliesslich in Euro oder Dollar hält, ist strukturell exponiert gegenüber einer Abwertung beider Währungen. Der Schweizer Franken und Gold bieten historisch bewährten Schutz.

Drittens

Langfristig denken. Der Petrodollar hat 50 Jahre gebraucht, um aufgebaut zu werden. Sein Niedergang wird nicht in einem Jahr sichtbar sein. Aber die Weichen werden heute gestellt – und wer sie versteht, positioniert sich entsprechend.

Fazit

Am 9. Juni 2024 endete stillschweigend ein 50-jähriges Abkommen, das den Dollar zur globalen Reservewährung gemacht hatte. Der Dollar hat seitdem rund 42 % seiner Kaufkraft in Gold verloren. BRICS baut aktiv an einer Handelsinfrastruktur ausserhalb des Dollars. Zentralbanken kaufen Gold auf Rekordhöhe. Die Richtung ist klar.

Der Dollar stirbt nicht morgen. Aber die Welt, in der er das einzige globale Geld war, existiert nicht mehr. In einer multipolaren Währungsordnung sind knappe, neutrale Assets – Gold und Bitcoin – strukturell im Vorteil gegenüber Währungen, deren Wert von politischen Entscheidungen abhängt.

Das ist kein Endzeitnarrativ. Das ist Hayek – beschrieben 1976, beobachtbar 2026.

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Kevin Quast

Il mio viaggio nel mondo di Bitcoin è iniziato nel 2020 durante una passeggiata invernale con un buon amico, che mi ha parlato con entusiasmo di Bitcoin e della sua visione. Da allora, questo tema non mi ha più lasciato!

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