Silber, Gold, Aktien & Bitcoin: Welches Asset hat die letzten 4 Jahre am besten performed?

Zusammenfassung

November 2022. Bitcoin steht bei 15'479 Dollar. FTX ist kollabiert, Terra/Luna ist Geschichte, das Vertrauen in den gesamten Kryptomarkt ist auf dem Tiefpunkt. Niemand will Bitcoin. Die Schlagzeilen sprechen vom Ende.

Heute – rund 3,5 Jahre später – steht Bitcoin bei rund 60'000 Dollar. Das entspricht einem Plus von rund 287 % vom absoluten Bärenmarkt-Tief. Silber legte im selben Zeitraum rund 228 % zu, Gold rund 149 %, der MSCI World rund 106 %. US-Staatsanleihen – der klassische sichere Hafen – verloren über fünf Jahre inklusive Dividenden rund 27 %.

Das ist der aussagekräftigste Vergleich – nicht von einem beliebig gewählten Datum, sondern vom schlechtesten denkbaren Einstiegspunkt: dem Tief eines der härtesten Bitcoin-Bärenmärkte der Geschichte. Selbst von dort aus schlägt Bitcoin nach 3,5 Jahren alle anderen Anlageklassen.

Was das strukturell bedeutet, warum Silber überraschend stark abschneidet – und was der aktuelle Rückgang von 53 % vom Allzeithoch an diesem Bild ändert – lesen Sie im vollständigen Artikel.

Der härteste Startpunkt – und trotzdem

Wer sich einen Vergleich aussucht, der Bitcoin begünstigt, nimmt typischerweise ein Datum, an dem Bitcoin günstig und andere Assets teuer waren. Das ist methodisch unehrlich.

Der Vier-Jahres-Vergleich ab November 2022 tut das Gegenteil: Er beginnt mit dem absoluten Tiefpunkt von Bitcoin – dem Moment nach FTX, nach Terra/Luna, nach dem grössten institutionellen Vertrauensverlust in der Bitcoin-Geschichte. Der Kurs lag bei 15'479 Dollar, rund 77 % unter dem damaligen Allzeithoch.

Gleichzeitig befand sich Gold im November 2022 auf einem Mehrmonatstief bei rund 1'640 Dollar. Silber notierte bei rund 18 Dollar. Der MSCI World lag auf dem Tiefpunkt einer globalen Aktienkorrektur. US-Staatsanleihen litten unter den aggressivsten Zinserhöhungen seit Jahrzehnten.

Es war also ein fairer Startpunkt für alle Anlageklassen – niemand stand glänzend da. Und trotzdem zeigt der Vergleich klare Gewinner.

Die Zahlen im Detail

Bitcoin startete bei 15'479 Dollar und steht heute bei rund 60'000 Dollar – ein Plus von rund 287 %. Das schliessst den zwischenzeitlichen Anstieg auf das Allzeithoch von 126'277 Dollar im Oktober 2025 und den anschliessenden Rückgang von 53 % auf das aktuelle Niveau ein.

Silber ist die grösste Überraschung im Vergleich: Von rund 18 Dollar auf heute rund 59 Dollar – ein Plus von rund 228 %.Silber ist die grösste Überraschung im Vergleich: Von rund 18 Dollar auf heute rund 59 Dollar – ein Plus von rund 228 %. Silber profitierte von einer Kombination aus industrieller Nachfrage durch die Energiewende, Solarindustrie und steigende Elektroniknachfrage sowie der Funktion als monetäres Metall in einem inflationären Umfeld. Wer Silber im Bärenmarkt-Tief 2022 kaufte, liegt heute fast gleichauf mit Bitcoin – ein Ergebnis, das die wenigsten erwartet hätten.

Aber Silber verlangt Geduld – das zeigt die Geschichte eindrücklich. Wer 2011 auf dem damaligen Hoch kaufte, sah sein Kapital bis 2015 fast halbieren und musste danach noch fast ein Jahrzehnt warten, um wieder auf den Einstandspreis zu kommen. Der eigentliche Gewinn kam in einem einzigen Jahr: 2025 aber es belohnt nur jene, die den langen Atem mitbringen.

Gold legte von rund 1'640 Dollar auf heute rund 4'090 Dollar zu – ein Plus von rund 149 %.Gold legte von rund 1'640 Dollar auf heute rund 4'090 Dollar zu – ein Plus von rund 149 %. Das ist die stärkste Performance eines traditionellen, etablierten Vermögenswerts im Vergleichszeitraum und gleichzeitig ein historisch aussergewöhnliches Goldumfeld: Zentralbankankäufe auf Rekordhöhe, geopolitische Spannungen und strukturell erhöhte Inflation trieben den Goldpreis auf neue Allzeithochs.

Aber auch Gold verlangt Geduld – und die Geschichte zeigt, wie viel davon nötig sein kann. Wer 2012 kaufte, wartete sieben Jahre, nur um wieder auf den Einstandspreis zu kommen. Der eigentliche Gewinn kam nicht durch stetiges Wachstum, sondern nach einem langen Jahrzehnt der Stagnation – konzentriert auf wenige Jahre ab 2024. Gold belohnt langfristiges Halten, aber es testet die Geduld seiner Halter auf eine Weise, die viele unterschätzen.

Der MSCI World legte vom Oktobertief 2022 bis Juni 2026 rund 106 % zu – angetrieben primär von amerikanischen Technologietiteln und der KI-Welle. Ein aussergewöhnlich starker Zeitraum für globale Aktien. Und dennoch deutlich unter Bitcoin, Silber und Gold.

US-Staatsanleihen – gemessen am iShares 20+ Year Treasury Bond ETF TLT, inklusive Dividendenreinvestition – verloren über fünf Jahre rund 27 %. Das ist kein Nullwachstum. Es ist ein realer Kaufkraftverlust in einem Instrument, das als sicherer Hafen gilt.

Die Überraschung: Silber

Das überraschendste Ergebnis im Vergleich ist nicht Bitcoin mit +287 %. Es ist Silber mit +228 % – ein Asset, das weder in der Mainstream-Finanzpresse noch in der Bitcoin-Community ausreichend Aufmerksamkeit bekommt.

Silber hat zwei Gesichter: Als monetäres Metall folgt es Gold in der Funktion als Inflationsschutz und Kaufkrafterhalt. Als industrielles Metall profitiert es gleichzeitig von der wachsenden Nachfrage durch Solarpanels, Elektrofahrzeuge und Halbleiterproduktion. Diese Kombination hat Silber im aktuellen Makrozyklus zu einem der stärksten Performer gemacht – trotz deutlich weniger medialer Aufmerksamkeit als Bitcoin oder Gold.

Die österreichische Schule hätte dieses Ergebnis nicht überrascht: In einem System mit strukturell wachsender Geldmenge tendieren knappe, nützliche Assets zu überdurchschnittlicher Performance. Silber erfüllt beide Kriterien.

Was das Staatsanleihen-Ergebnis bedeutet

US-Staatsanleihen mit -27 % über fünf Jahre inklusive Dividenden ist das stärkste Argument gegen das klassische 60/40-Portfolio in diesem Vergleichszeitraum. Anleihen sollten die Schutzkomponente im Portfolio sein – der Puffer, wenn Aktien fallen. Stattdessen verloren sie in einer Phase, in der die Inflation die Kaufkraft fraß, real erheblich an Wert.

Das ist kein Argument gegen Anleihen als Instrument generell. Es ist eine Einordnung: In einem Umfeld mit strukturell erhöhter Inflation und steigenden Zinsen funktioniert die traditionelle Anleihen-Schutzfunktion nicht. Das klassische Portfolio-Konstrukt der letzten 40 Jahre basierte auf einer Welt mit sinkenden Zinsen – einer Welt, die seit 2022 nicht mehr existiert.

Der aktuelle Rückgang im Kontext

Bitcoin steht heute rund 53 % unter seinem Allzeithoch vom Oktober 2025. Das ist eine grosse Zahl – und der erste Reflex ist: War der Anstieg von +287 % damit umsonst?

Nein. Wer November 2022 kaufte und heute hält, liegt immer noch bei rund +287 % – trotz des aktuellen Bärenmarkts. Wer auf dem Allzeithoch im Oktober 2025 kaufte, sitzt auf einem buchhalterischen Verlust von 53 %. Das sind zwei völlig verschiedene Situationen für zwei verschiedene Käufer.

Das ist der strukturelle Kern der DCA-Strategie: Wer regelmässig über mehrere Jahre kauft, verteilt den Einstiegspreis über verschiedene Marktphasen. Bärenmärkte werden dabei nicht zum Problem – sondern zur Gelegenheit, den Durchschnittspreis zu senken. Wer im November 2022 – mitten in extremer Angst und maximaler Negativpresse – akkumuliert hat, hält heute trotz des 53-prozentigen Rückgangs vom Hoch noch immer eine starke Position.

Was die österreichische Schule dazu sagt

Ludwig von Mises hat in "Human Action" beschrieben, wie rationale Akteure in einem System mit strukturell wachsender Geldmenge reagieren: Sie suchen nach Vermögenswerten, deren Angebot nicht ausgeweitet werden kann. Die Ergebnisse des Vergleichs bestätigen diese Logik eindrücklich.

Die drei stärksten Performer – Bitcoin, Silber, Gold – sind alle Assets mit begrenztem oder fixiertem Angebot. Die schwächsten – US-Staatsanleihen – sind das direkteste Abbild eines schuldenfinanzierten Fiat-Systems. Das ist kein Zufall. Es ist die messbare Konsequenz des Unterschieds zwischen hartem und weichem Geld.

Bitcoin ergänzt Gold und Silber mit einer Präzision, die beide physischen Metalle strukturell nicht erreichen können: Das Angebot ist nicht geologisch begrenzt – es ist mathematisch definiert. 21 Millionen Einheiten, bis zur letzten Stelle, bis 2140. Keine Zentralbank, keine Regierung, keine Institution der Welt kann das ändern.

Fazit

November 2022, Bitcoin-Tief bei 15'479 Dollar. Heute rund 60'000 Dollar. Plus 287 % in 3,5 Jahren – vom schlechtesten denkbaren Einstiegspunkt aus.

Silber +228 %, Gold +149 %, MSCI World +106 %, US-Staatsanleihen -27 %. Bitcoin schlägt alle anderen Anlageklassen – aber die eigentliche Botschaft des Vergleichs ist eine andere: Die drei stärksten Performer sind allesamt Assets mit begrenztem Angebot. Das schwächste Instrument ist das direkteste Abbild des Fiat-Systems.

Der aktuelle Rückgang von 53 % vom Allzeithoch ändert daran nichts für jene, die 2022 akkumulierten. Er ist eine Erinnerung daran, dass Bitcoin volatil bleibt – und historisch betrachtet der Moment, in dem der nächste Zyklus seinen Ausgangspunkt setzt.

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Kevin Quast

Il mio viaggio nel mondo di Bitcoin è iniziato nel 2020 durante una passeggiata invernale con un buon amico, che mi ha parlato con entusiasmo di Bitcoin e della sua visione. Da allora, questo tema non mi ha più lasciato!

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Bitcoin 53% unter dem Allzeithoch. Ein Rückgang, der sich sehen lässt.